Vortrag und Diskussionsveranstaltung am borg3

Donnerstag, 5. März 2015

Fritz SCHLUNEGGER
Professor für Exogene Geologie am Institut für Geologie, Universität Bern, CH

Klimatektonik - ein Versuch, geodynamische Prozesse in der Erdkruste mit klimagesteuerten Oberflächenprozessen zu kombinieren
Mit Klimatektonik ist der Zusammenhang zwischen Klima und Gebirgsbildungsprozessen gemeint.

Können klimagesteuerte Abtragungsprozesse die geodynamischen Kräfte in der Erdkruste verändern? Und falls dem so wäre, unter welchen Bedingungen und auf welchen Maßstäben wäre dies möglich? Seit der Entwicklung sogenannter Schneepflug-Modelle in den 1980er und 1990er Jahren hat diese Fragestellung nahezu eine ganze Generation von Geologinnen und Geologen beschäftigt. So besagen diese Modelle, dass Gebirge im Verlaufe ihrer Entwicklung eine keilförmige Geometrie annehmen. Die Form eines Gebirges sollte damit konstant bleiben. Veränderungen der Abtragungsgeschwindigkeiten können diese Beziehungen beeinflussen, was zu einer entsprechenden Modifikation der Prozesse in der Erdkruste führen würde.
Das Zustandekommen der typischen Form von Keilen ist am besten zu verstehen, wenn man diese mit einem Schneepflug vergleicht. Dazu stelle man sich vor, wie sich der Schnee vor der Schaufel eines vorwärts fahrenden Schneepfluges verformt.
Könnten solche Mechanismen auch die Entwicklung der Alpen, oder gar der Anden, gesteuert haben?

 

 

 

     
Klima