„Gemeinsam in einem Boot“ ist ein Projekt, das vom 24. bis 28. Juni 2012 stattgefunden hat. Das Projekt hatte das Ziel, österreichischen Jugendlichen und jungen Flüchtlingen, die alleine oder mit ihren Geschwistern nach Österreich gekommen sind, zu gemeinsamen Kumpanen „in der Wildnis“ zu machen.
So wurden 8 Schülerinnen und Schüler aus dem BORG 3 und 8 Jugendliche aus dem Projekt Caravan eingeladen, ins „Roots-Camp“ zu kommen um sich kennenzulernen, gemeinsam zu kochen, zu faulenzen, zu schwimmen und durch den Wald zu streifen.
Das Roots-Camp ist ein Areal mit Tipis, Feuerstelle und Freiluftküche, gebaut und geführt von Jürgen Schneide. Es liegt in Hadersfeld in der Nähe von Klosterneuburg. Das Camp grenzt an einen Wald und es gilt dort Handy- und Technikverbot.
Nach der Anreise zum Bahnhof Greifenstein erwartete uns zuerst eine einstündige Bergbesteigung, während der bereits die ersten Annäherungen stattfanden, auch wenn es hauptsächlich um das Jammern über das gemeinsame Leid ging. Im Camp angekommen aßen wir ein Mittagessen, teilten uns in Gruppen und versuchten uns die Namen der jeweils anderen zu merken.
Die Tage im Roots-Camp verbrachten wir mit Fußballspielen, Waldwanderungen, Kochen, Holz hacken, Beerensammeln, Tanzen, Schwimmen und Gitarrenabenden am Lagerfeuer. All das hat uns zusammengeschweißt und nähergebracht. Die österreichischen Jugendlichen lernten arabische Wörter und hatten im Gegenzug dazu viele Fragen zum „Austrian Way of Life“ zu beantworten.
Mir persönlich hat das Projekt wahnsinnig gut gefallen und ich habe auch nur positive Feedbacks gehört. Ich glaube kaum jemand ist komplett ohne Vorurteil nach Hadersfeld gekommen, aber diese wurden alle beseitigt. Es lag vor allem daran, dass man sich gegenseitig in einem komplett ungewöhnlichen Umfeld kennenlernen konnte - bei alltäglichen und nicht-alltäglichen Aufgaben, oder auch beim Zusammensitzen um das Lagerfeuer am Abend. Jürgen und Ursula waren immer da, aber sie wurden nicht als Vorgesetzte gesehen sondern als Teil der Gruppe.
Es ist definitiv eine interessante Erfahrung, an „Gemeinsam in einem Boot“ teilzunehmen, die Differenzen zu vergessen und sich auf die Gemeinsamkeiten zu konzentrieren.