About suffering
they were never wrong…
Zwei Jahre
lang hatten wir Wahlpflichtfach Deutsch und beide Jahre nahmen wir
an den Veranstaltungen in der Alten Schmiede teil. Unser „letzter
Termin“ im Schuljahr 2004/05 war am Donnerstag, den 12. Mai
2005 mit der Autorin Sabine Gruber und ihrem Roman „Die Zumutung“.
In den Wochen davor hatten wir den Roman gelesen und Fragen formuliert.
Doch worum geht es in „Die Zumutung“? Es ist die Geschichte
einer Frau mit dem Namen Marianne, die unter einer chronischen Krankheit
leidet. Das Leben geht weiter und der Leser und die Leserin haben
den Eindruck Mariannes Freunde können nicht wirklich mit der
Situation umgehen und sie können vor allem schlecht zuhören.
Nur einer hört zu.
Dem Tod scheint die Protagonistin ein Schnippchen zu schlagen, indem
sie ihm erzählt.
Beim Formulieren der Fragen überlegten wir, wie direkt wir
fragen könnten.
Woher habe die Autorin das Detailwissen über diese Krankheit?
Seien die Begräbnisfantasien nur Fantasien?
Wir waren also sehr gespannt auf die Autorin und die Antworten.
Alle SchülerInnen saßen bereits auf ihren Plätzen
und merkten kaum, dass Sabine Gruber schon im Raum war. Sie freute
sich über junges Publikum und wir freuten uns über eine
sympathische Autorin.
Sabine Gruber las den Prolog und Teile des ersten Kapitels. Die
Atmosphäre war gut und so kamen die Fragen Schlag auf Schlag.
Die Antworten waren präzise und gut, die Autorin erklärte,
woher das Detailwissen komme, klärte uns auf über „erzählerische
Gerechtigkeit“ und sagte den schönen Satz „Wer
soll da sein, wenn nicht die Literatur?“ Nach der Diskussion
stürmten wir zuerst den Tisch mit der Autorin, dann den Bücher-
und Schokoladentisch (Dank an Sabine Gruber für die Widmung
in unseren Büchern, Dank an die Alte Schmiede für die
Buchgeschenke und die Süßigkeiten).
Das Erste, was uns einfällt, wenn wir jetzt – einige
Tage nach der Lesung und Diskussion – an Sabine Gruber denken,
ist Ehrlichkeit. Sie hat uns in ihrer Art sehr beeindruckt. Es war
mutig und ehrlich, von der eigenen Krankheit zu erzählen. Obwohl
sie sehr offen antwortete, verlor sie nicht die wichtige Distanz
zu den ZuhörerInnen. Der Tod sei allgegenwärtig und man
solle keine Angst vor ihm haben und schon gar nicht, wenn man eine
chronische Krankheit habe, meinte Sabine Gruber.
Kurz: Eine sympathische junge Frau und ein gelungener letzter Termin
für die Deutsch- Wahlpflichtfach-Gruppen.
Und wenn wir uns heute fragen, was uns in den vergangen zwei Jahren
Wahlpflichfach Deutsch die Besuche in der Alten Schmiede gebracht
haben, dann müssen wir sagen: Sie waren immer interessant und
sie haben uns deutlich gemacht, was Literatur ist und wie schön
sie ist. Danke!
Wahlpflichtfachgruppe
Deutsch 7. Kl.: Jenny Bauer, Marlies Brommer, Lina Daniel, Dominik
Guzei, Florian Kolomaznik, Marina Knezevic, Kathi Löffler,
Miriam Leitner, Georg Malina, Maria Prerost, Camilla Schwab, Elisabeth
Wagner & Anna Koch-Handschuh, borg 3, Landstr. Hauptstr. 70,
1030 Wien